Boris Berber - The difference between us
17.01.2009 - 21.02.2009
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Mit der Ausstellung „the difference between us" zeigte der Künstler seine neusten Werke.
Die Werkgruppe der Serie „il paco" umfasst großformatige Malereien, kleine Papierarbeiten und Objekte, in denen sich illustrative Details und malerische Gesten vermischen.
Die gestalterische Verwandlungsfreude und die fantasievoll-sinnliche Verschmelzung von figürlichen menschlichen und tierischen Erscheinungsformen locken Betrachtungslust und Vorstellungskraft. Das aus dem italienischen stammende „Il paco" steht in seiner Mehrdeutigkeit (das Pack, das Gepäck) für die aus den verschiedensten Subkulturen gesammelten grotesken Protagonisten seiner Werke.
Als Vorlagen dienen Boris Berber gefundene Fotografien von Kostümparaden, Prozessionen und aus der SM-Szene, die teils als Computerausdrucke in den Papierarbeiten überarbeitet, teils in Malerei übertragen werden. Ihnen gemein ist die Darstellung des archetypischen Verlangens des Menschen, sich durch tierische Masken und Kostüme, hinter denen das sozialisierte rationale Individuum zurücktreten kann, einer verlorenen animalischen Anonymität und Wildheit hinzugeben.
Boris Berbers Malereien und Zeichnungen öffnen das Tor in eine Parallelwelt, bevölkert von androgynen Fabelwesen, die vergessenen Kinderzimmern, Travestien oder Alice' Wunderland entsprungen zu sein scheinen. Vor den skizzenhaften und oft flimmernden Hintergründen, die kaum Tiefenwirkung zulassen, wirken die dargestellten Figuren oft isoliert und derangiert des Kontextes ihrer Parallelwelt beraubt.
Die Gemälde von Boris Berber nutzen die Illusion ihrer fotografischen Vorbilder und fixieren Metamorphosen in Öl auf Leinwand. Aus dem profanen Ringelreigen im Wolfskostüm extrahiert der Künstler die unterbewusste Präsenz der tierischen Triebe und erschafft eine Unheimlichkeit, die im Freudschen Sinne das Vertraute in Furchtsamkeit umschlagen lässt. Um die aufgesetzte Oberfläche zivilisierter Verhaltensformen zu demaskieren, setzt Boris Berber den Personen in seinen Bildern ständig neue Masken auf; der Betrachter sieht sich mit wechselnden neuen Wahrheiten und Täuschungen konfrontiert. Durch diese Reflexion wird eine ganz klare Differenzlinie zwischen unserer als Realität anerkannten Denkmuster und der in Berbers Werk vorgeführten Metamorphosen gezogen.
Der malerische Gestus, die Verunklärung von Figuren und die Maskenszenen in Berbers Werk greifen traditionsreich zurück auf ähnliche Figuren von Goya oder James Ensor und verbinden sie mit den Gestalten aus dem B-Movie- und Karnevals-Programm gegenwärtiger Populärkultur.
Boris Berber (geb. 1976), bis 2007 Meisterschüler von Prof. Gustav Kluge an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, war in der Vergangenheit bereits mit Einzelwerken in Ausstellungen vertreten, die das FGS Team in der Galerie und an externen Ausstellungsorten organisiert hat. Sein noch junges Werk erfreut sich großer Beliebtheit und hat bereits das aktive Interesse lokaler und überregionaler Kunstsammler geweckt.