Aktuelle Ausstellung

Christian Duss: Abendland
Christian Herter: Alles will in den Boden

26. Februar – 27. März 2010
Eröffnung 25. Februar 2010

Mit freundlicher Unterstützung des FUKA Fonds der Stadt Luzern.

Mit den beiden Einzelausstellungen der Schweizer Künstler Christian Herter und Christian Duss zeigt FGS eine Ausstellung, die sich durch ihren Fokus auf die Skulptur hervorhebt. Während das Werk von Christian Herter auf den Effekt der Improvisation und der Fragilität setzt, ist bei Christian Duss die handwerkliche Perfektion und die irritierende Gegenständlichkeit seiner Werke bemerkenswert. Beide Künstler präsentieren ihre Werke zum ersten Mal in einer Einzelausstellung in Deutschland. Dazu ermöglichen Christian Duss und Christian Herter einen Einblick in ihr bisheriges Schaffen und bringen für die Ausstellung neu entstandene Werke mit. In der Ausstellung werden von Christian Herter Skulpturen aus der Serie „Alles will in den Boden“ im großen Ausstellungsraum und die Installation „Topo5“ im Kinoraum gezeigt. Die Objekte und Figuren von Christian Duss werden ausgestellt im 3rd floor Kabinett und im Kabinett des 1. OG.

Der vielseitige Werkkorpus von Christian Herter überzeugt besonders durch seine skulpturalen Arbeiten, die mit ihrer fragilen Balance und oftmals überraschenden Komponenten zur genauen Inspektion auffordern. Aus zumeist gefundenen Materialien, die der Künstler leicht verändert und neu zusammenfügt, baut Christian Herter Skulpturen, die mit ihrer Fragilität verunsichern und verwundern. Dieses Prinzip der lapidaren Komposition, die so intelligent und leicht daherkommt und immerzu ein instabiles Gleichgewicht ausbalanciert, steht charakteristisch für das künstlerische Schaffen von Christian Herter. Herter entwickelt zudem raumgreifende Installationen der Serie “Topo”, bei denen der Künstler zahlreiche Alltagsgegenstände in Gruppen zusammengestellt und mit einer Zier aus unterschiedlich großen Gipskuben schmückt. Dadurch ergibt sich eine verwirrende Perspektivenkonstruktion, da die Würfel in ihren Dimensionen variieren und große wie kleine Formen nicht einheitlich perspektivisch kleiner werden, sondern gerade durch ihre Größenmischung Vordergrund und Hintergrund zu changierenden Ebenen werden lassen.

Christian Duss erarbeitet seine Objekte und Figuren aus der Kunstgeschichte und deren großen Vorbildern, wenn er aus den Werken alter Meister Requisiten und zentrale, bekannte Kompositionselemente für sich herausgreift und als dreidimensionale Werke kopiert. Er nutzt mit Humor die Vorlagen von Jan van Eyk, Hieronymus Bosch, Jan Vermeer und Ferdinand Hodler, aber auch jüngerer KünstlerInnen wie Loretta Lux, um daraus die offenbar unscheinbaren Gegenstände wie ein Wagenrad, ein Megafon, Fensterläden oder eine Trommel nachzubilden. Alle diese Aneignungen sind täuschend echt und zelebrieren die Kunst des Fake, wobei Duss mit großer Kunstfertigkeit aus einfachen Grundstoffen wie Polystyrol, Karton, Gips oder Papier und Farbe dem Imitat den Anschein des Authentischen verleiht.
Die Kunstwerke von Christian Duss sind Zeitreisen auf der Bühne der Malerei, bei der er aus den Tafelgemälden die Gegenstände befreit und vom Kontext separiert – dabei aber die historische Merkwürdigkeit ihrer Darstellungsformen in die Gegenwart mitnimmt. Mit dieser Werkgruppe arbeitet der Künstler als „Designarchäologe“, der die Kulissen der historischen Meisterwerke untersucht und deren täuschend echt kopierte Details als „Aneignungsstücke“
in die Autonomie führt.

Christian Duss (*1971) lebt und arbeitet in Luzern, Studium an der HGK Luzern und am Edinburgh College of Art. Ausstellungen in der Kunsthalle Luzern (2009), Kunstmuseum Luzern (2008), Swiss Art Awards Basel (2000/2009), Alpineum Produzentengalerie Luzern (2008)

Christian Herter
(*1962), lebt und arbeitet in Luzern, Studium an der F+F Schule für experimentelle Gestaltung, Zürich und an der Schule für Gestaltung und Kunst Luzern.
Ausstellung u.a. Alpineum Produzentengalerie Luzern (2009), Brandenburgischer Kunstverein, Berlin Potsdam (2006), Kunstmuseum Luzern (2005), Espace d`art contemporain Porrentruy (2003), 26th of July Street Kairo (2003), Galerie Urs Meile Luzern (1999), Shedhalle Zürich (1989). Ausgezeichnet mir zahlreichen Preisen, u.a. Atelierstipendium Berlin (2010), Atelierstipendium in Shabramant, Kairo (2003), Werkbeitrag der Stadt und des Kantons Luzern (2001), Atelierstipendium Cité Internationale des Arts, Paris (1999).

For english version please contact the gallery!


Christian Duss Blechtrommel, 2008
Acryl Spachtel Gips Styropor div. Mat., 14x23x23cm
nach Loretta Lux, The Drummer, 2004
Courtesy FGS Karlsruhe, Alpineum Produzentengalerie Luzern


Christian Herter Alles will in den Boden (15), hängen und stehen, 2009,
Styropor, Holz, Draht, Farbe, Flusssteine 100x300x100cm
Courtesy FGS Karlsruhe, Alpineum Produzentengalerie Luzern